Ein Tag F.A.Z.-Lektüre – eine Offenbarung von Fehlleistungen des deutschen Staates

Rhoenblicks Leserbrief
Drei Artikel und ein Kommentar der F.A.Z.-Wirtschaftsredaktion am 24.01.2012 offenbaren einen klaren Linkskurs der Merkelschen Regierung, weg von der freien Marktwirtschaft, hin zur Planwirtschaft à la DDR.
Die Einführung einer Finanztransaktionssteuer ist das Ziel der deutschen Bundesregierung. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird eine solche nicht im EU-Raum durchgesetzt werden können – Großbritannien und Schweden sind dagegen. Also verbleibt der mit Problemen schon stark gebeutelte Euro-Raum. Aufgrund der Bedenken der FDP gegen die Finanztransaktionssteuer verfolgt Finanzminister Schäuble auch die Idee der britischen(!) Stempelsteuer. Diese hätte den Vorteil, dass sich Großbritannien diesem Vorhaben sicher nicht widersetzen würde.
Die Lektüre des F.A.Z.-Artikels „Die britische Stempelsteuer avanciert zum Vorbild“  (24.01.2012) zeigt aber deutlich auf, wieviele Ausnahmen von dieser Steuer befreien, auf welchen Wegen diese Steuer legal umgangen wird und endet mit dem „Rat“: „Ausländische Investoren kaufen britische Aktien daher besser an ausländischen Börsen, wenn sie dort gelistet sind. Ich bin überzeugt, diese Listung an ausländischen, sprich amerikanischen oder asiatischen Börsen wird noch zunehmen. Es liegt auf der Hand, wie die Akteure des EU-Raumes, bzw. des Euro-Raumes reagieren werden, wenn eine Finanztransaktionssteuer oder eine Stempelsteuer nach britischem Vorbild eingeführt wird – Ausweichen! Mit Akteuren meine ich nicht “Spekulanten“ sondern biedere deutsche und andere EU-Bürger, die ihr Erspartes anlegen wollen.
Die Formulierung „Die Banken (die übersetzte Boni ausschütten) müssen zahlen“ trifft so wenig ins Schwarze, wie die strapazierte Formulierung „Der Staat finanziert, der Staat unterstützt, der Staat garantiert“. Im ersten Falle trifft dies die deutschen Bürger und Bürgerinnen, die, so will es „der Staat“ für einen immer größer werdenden Teil der Altersvorsorge selber aufkommen müssen, die daher sparen müssen, d.h. ihr Geld in Aktien oder Anleihen anlegen müssen. Im zweiten Fall sind dies die Steuerzahler. Letztendlich trifft dies jede Deutsche, jeder Deutsche; sie werden vom Staat gebeutelt, weil der nicht sparen kann. Sparen bedeutet ja neudeutsch nur, „die Neuverschuldung reduzieren“. Wenn diese Verdrehung sich in den deutschen Köpfen einnistet, dann wird es diesem Land schlecht ergehen.
Die Lektüre des Artikels „Flugsteuer bremst das Wachstum“  vom gleichen Tag illustriert bestens, wie Ausweichmanöver ablaufen. Die von den Bundeskanzlerin Merkel erfundene Flugsteuer ist Teil des „Spar“pakets der deutschen Bundesregierung. Allein eine Erhöhung des Flugpreises ab einem deutschen Flugplatz um 8 bis 45 Euro bewirkt eine Abwanderung von – laut FAZ: 400.000 (Berlin) bzw. sieben Millionen (Deutschland) –  Fluggästen ins nahe Ausland, in die Niederlande oder die Schweiz. Uns kann es recht sein. Auch da gibt es Ausnahmen, die ins Gewicht fallen: Die Lufthansa ist bei der Luftfracht und bei den Umsteigepassagieren von der Luftfracht befreit –  was sich, so der FAZ-Artikel, positiv bei den Flughafen Drehkreuzen Frankfurt und München auswirkt.
Unter dem Titel „60.000 Euro fürs Stromabschalten“ (24.01.2012) zeigt die FAZ-Wirtschaftsredaktion auf, wie problematisch der plötzlich Abfall von der Kernenergie, der „Energiewende“  ist. Der Untertitel „Aluminiumwerke sollen Netz sichern“ ist gut gemeint, aber irreführend. Das elektrische Netz sichern können nur Großkraftwerke, d. h. Kernkraft- oder Kohle- und Gaskraftwerke: Die Achillesferse der Stromversorgung ist die Frequenz, die nur in äusserst engen Grenzen schwanken dar, sonst steigen Computer- und Steuerungsanlagen aller Art aus. Das ist ein physikalisches Grundgesetz, gegen das auch Frau Dr. phys. Merkel nichts ausrichten kann. Die Aluminiumwerke und andere Großverbraucher aber „sollen das Netz sichern“, indem ihnen der Strom abgeschaltet wird! Das  FDP(!)-geleitete Wirtschaftsministerium hat eine „Abschaltverordnung“ erarbeitet, die die Grundlage dieser Zwangsmaßnahme ist. Das für die betroffenen Industriebetriebe – laut FAZ: Aluminium- und Zinkhütten, grosse Chemieproduzenten – äusserst bescheidene Entgelt von maximal 60.000 Euro pro Abnehmer und Jahr, das sich dennoch auf über 100 Millionen Euro saldiert, wird dem deutschen Stromkonsumenten belastet, d.h. jede Deutsche, jeder Deutscher bezahlt diesen wie andere durch die „Energiewende“ produzierten Unsinn. Vergessen wir dabei nicht die „Brennelementesteuer“, auch ein Teil des Merkelschen „Spar“paketes, auch da werden die Kosten weitergegeben. Herr Rösler (FDP) betont, so der FAZ-Artikel, die Bedeutung dieser energieintensiv produzierenden Unternehmen für Wachstum, Wohlstand und Arbeitsplätze Deutschlands. Schön und gut – leider findet sich im FAZ-Artikel  kein Hinweis auf die finanziellen Schäden, die diese Firmen auf sich nehmen müssen. Die übersteigen mit Sicherheit die vom FDP-Ministerium errechnete Pauschale von höchstens 60.000 Euro. Verlagerungen ins Ausland schließe ich langfristig nicht aus; z.B. nach Frankreich, das dank seiner KKWs keine Frequenzprobleme hat.
Wie oft und wie lange der Strom abgestellt werde, sei minutengenau festgelegt. Das ist reine Planwirtschaft, getreu der DDR oder UdSSR. Das ist Unsinn: die andere Seite wird ja nicht gesteuert. Die andere Seite – das sind die vielen Stromdächer und -äcker, die Wind“parks“(!), die produzieren so viel oder so wenig oder gar keinen Strom, wie es der Sonne und dem Wind gefällt. Die Änderungen des Angebots sind weder „minutengenau“ noch voraussehbar. Diese Anlagen dürfen ja per Gesetz nicht abgeschaltet werden, wenn Überfluss an elektrischer Energie herrscht; abgeschaltet werden die Großkraftwerke, die die Netzfrequenz garantieren.
Die deutsche „Energiewende“ ist Unsinn, aber sie hat Methode.
Mit Absicht habe ich überall, wo nur möglich, FDP eingesetzt. FDP = liberal? Ich meine, allein diese drei F.A.Z.-Artikel eines Tages zeigen mehr als deutlich auf, dass grundlegende Prinzipien einer funktionierenden, den Wohlstand garantierenden Wirtschaft durch die Merkel-Regierung verletzt werden. Resignierend schreibt die FAZ im Kommentar: Erfüllungsgehilfen“ „… nur ein weiterer Schritt in einem staatlich regulierten Energiesektor, in dem Marktkräfte bald keine Rolle mehr spielen“. Der freie Markt ist nicht nur im Energiesektor grundlegend gefährdet. Dagegen könnte, dagegen müsste eine echt liberale Partei sich zu Wehr setzen. Doch offensichtlich verfügt Deutschland über keine Liberale Partei.
[FAZ], [AfD], [Alternative für Deutschland], [Liberale Partei], [Liberale], [liberal]

Über Juerg Walter Meyer 392 Artikel
Geburtstag 22. November 1937 Geschlecht Männlich Interessiert an Männern und Frauen Sprachen Schwizerdütsch, Deutsch, Schweizer Französisch und Englisch Politische Einstellung Liberalismus Meine politischen Ansichten und Ziele:Förderung der, Forderung nach und Durchsetzung der Eigenverantwortlichkeit. Liberal, – der Staat ist jedoch kein Nachtwächterstaat. Post, öffentlicher Verkehr sind Staatsaufgaben; diese und andere Staatsaufgaben kann er delegieren – Kontrolle ist besser als Vertrauen. – Generell: K-Kommandieren, K-Kontrollieren, K-Korrigieren – unter Inkaufnahme dass man als unangenehm empfunden werden kann. – Unabhängige Justiz, die ihre Entscheide nach Erlangung der Rechtskraft auch durchsetzen kann; keine Einsparungen bei der Polizei. – öffentliche Schulen, dreigliedrige Oberstufe. Nur die besten gehen auf ein Gymnasium; Matur = Reifezeugnis für Studium; Studiengebühren an den Hochschulen und Universitäten – ausgebautes Stipendienwesen. Prüfen, welche Aufgaben des Staates dem BWLer-Massstab ausgesetzt werden können. „Gewinn“ ist nur ein Massstab für das Funktionieren eines Staatswesens. In gewissen Bereichen – Schulen – BWL-Einfluss wieder zurückfah Kontakt Nutzername rhoenblickjrgmr(Twitter) Facebook http://facebook.com/juergwalter.meyer Geschichte nach Jahren 1960 Hat einen Abschluss von ETH Zürich 1956 Hat begonnen hier zur Schule zu gehen: ETH Zürich 1950 Hat einen Abschluss von Realgymnasium 1937 Geboren am 22. November 1937