KKW-Havarie in Japan – Wer sich seriös orientieren will, lese die schweizerischen Tageszeitungen – I

Deutschland hat so ein gestörtes Verhältnis zur Kernenergie, dass die Tagesschauen von ARD und ZDF Quellen reinster Desinformation sind.

Die Havarie in Japan hat mit Tschernobyl NICHTS gemeinsam.

zu Tschernobyl: In der Sowjetunion wurden graphitmoderierte wassergekühlte RBMK  für Kraftwerke entwickelt, die heute nur noch in Russland in Betrieb sind. Dieser Kraftwerktyp hat kein Containment. Beim Reaktorunfall von Tschernobyl (damals: UdSSR, heute: Ukraine)  im Jahre 1986 konnte die Kettenreaktion des überhitzten Reaktors nicht mehr unterbrochen werden; der Graphit behielt seine moderierenden Eigenschaften, und somit wurde die Leistungserzeugung bis zur Kernschmelze aufrechterhalten. Der größte Schaden entstand aber, weil der Graphit (reiner Kohlenstoff) brannte und die heißen Rauchgase die radioaktiven Partikel mit in große Höhen transportierten und somit über grosse Teile Europas verfrachtet wurden, wo sie ausregneten.
Tagesanzeiger, (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz), erstellt: 12.03.2011, 16:33 Uhr:
Interview mit Herrn Georg Schwarz, von Matthias Chapmann.
Georg Schwarz (1959) studierte an der ETH-Zürich Geophysik und promovierte 1991 an der Abteilung für Umweltnaturwissenschaften.
Nach Tätigkeiten bei der ETH-Zürich und als selbständiger Softwarespezialist trat Georg Schwarz 1994 in die Hauptabteilung für Sicherheit der Kernkraftwerke (HSK) ein und war dort bis heute in verschiedenen Positionen tätig. Georg Schwarz begann als Informatikchef und übernahm zwei Jahre später die Leitung der Sektion Stab. In dieser Funktion war er neben der Informatik für das Finanz- und Personalwesen und die öffentliche Kommunikation der HSK verantwortlich. Im Jahr 2002 übernahm Georg Schwarz die Abteilung Aufsichtssteuerung, Support und Kommunikation und erweiterte damit seinen Verantwortungsbereich um die Gebiete Aufsichtskoordination, Forschungssteuerung und Internationales.
Mit den Projekten zur Einführung des FLAG-Systems (Führung mit Leistungsauftrag und Globalbudget), der Ausarbeitung und Begleitung der parlamentarischen Beratung des ENSI-Gesetzes und der Umsetzungsarbeiten zur Gründung des ENSI, leitete Georg Schwarz drei zentrale Veränderungsprojekte der HSK.
Seit Mitte 2007 ist Georg Schwarz stellvertretender Direktor des Eidgnössischen Nuklearsicherheitsinspektorates (ENSI), der Nachfolgeorganisation der HSK. Das ENSI ist die Aufsichtsbehörde des Bundes für die nukleare Sicherheit der schweizerischen Kernanlagen.
Ist die Gegend rund um das AKW Fukushima später noch bewohnbar? Was passiert mit dem Reaktor? Und was bedeutet der Unfall für die Schweiz? Georg Schwarz vom eidg. Nuklearsicherheitsinspektorat nimmt Stellung.

Herr Schwarz, es hiess, das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat hätte einen Krisenstab gegründet.
Das stimmt so nicht. Wir haben einfach sehr viele Anfragen. Von der Politik, der Verwaltung und von Journalisten. Wir haben unsere Leute aufgeboten, damit wir dieses Informationsbedürfnis befriedigen können.
Welche Kenntnisse haben Sie von den Problemen mit den Reaktoren in Japan?
Nach dem Beben haben die meisten AKW in Japan automatisch abgeschaltet. Nach einer Abschaltung gibt es Nachwärme. Und die muss runtergekühlt werden. Weil teilweise auch das Stromnetz ausfiel, musste die Kühlung mit Dieselgeneratoren betrieben werden. Die Generatoren bei der Anlage Fukushima Daiichi mit drei laufenden Reaktoren sind nach einer Stunde ausgefallen. Man hat daraufhin mobile Generatoren beschafft. Für zwei Reaktoren ging das gut, beim dritten gab es Probleme.
Mit welchen Folgen?
Wenn der Brennstoff nicht mehr durch Wasser gekühlt wird, wird er zu heiss und dadurch beschädigt.
Es gab Berichte über eine angeblich erfolgte Kernschmelze. Was können Sie dazu sagen?
Diese Frage stellt sich so nicht. Wir gehen davon aus, dass der Reaktorkern stark beschädigt ist. Ob er zusätzlich auch teilweise geschmolzen ist, ist für den Schweregrad dieses Unfall nicht von zentraler Bedeutung.
Welche Fragen beschäftigen die Experten derzeit am meisten?
Ob Radioaktivität aus dem Containment (ein Sicherheitsbehälter, der den Reaktor umschliesst, Anm. der Redaktion) austritt. In dieser Kammer gibt es – bedingt durch die grosse Hitze – Wasserdampf. Und als Folge davon Druck. Wird dieser zu gross, muss er durch ein Ventil abgelassen werden oder kann im Extremfall sogar unkontrolliert austreten.
Wie gravierend ist das?
Die Wetterlage ist im Moment günstig. Das heisst, der Wind geht Richtung Meer hinaus. So gesehen besteht kaum Gefahr für die Bevölkerung.
Was, wenn der Wind dreht?
Die Japaner haben äusserst professionell reagiert. Das Gebiet rund um den beschädigten Reaktor ist evakuiert. Bis jetzt in einem Umkreis von 10 Kilometern. Offenbar will man das auf 20 Kilometer ausweiten. Die Bevölkerung ist in Sicherheit.
Ab 20 Kilometern ist die Radioaktivität – sollte sie denn austreten – nicht mehr gefährlich?
Ja.
Haben die japanischen Behörden die Situation im Griff?
Wie gesagt, die Reaktionen sind sehr professionell. Aber ich möchte betonen, diese Situation ist ernst. Es ist der schlimmstmögliche Fall eingetreten.
Sie meinen den SuperGau?
Wir sprechen heute nicht mehr in diesen Kategorien. Man muss einfach sehen, wenn in einem Umkreis von 20 Kilometern Menschen evakuiert werden müssen, dann ist das dramatisch.
Können die Menschen wieder in ihre Häuser zurück?
Davon kann man ausgehen. Diese abgeschalteten Reaktoren strahlen jetzt ein paar Tage starke Restwärme aus. Die geht aber zurück. Das Abkühlen wird mit der Zeit immer einfacher.
Ist der betroffene Reaktor Fukushima 1 noch zu retten?
Nein. Dieser Reaktor kann nach meiner Einschätzung nie mehr in Betrieb gehen.
Muss ähnlich wie bei Tschernobyl eine Hülle darübergestülpt werden?
Möglich. Das kann ich ihnen aber nicht genau sagen.
Wie gefährlich ist die Lage jetzt für die Arbeiter, die nun dort die schwierige Lage bewältigen müssen?
Auf dem Areal gibt es erhöhte Strahlung. Wenn man sich in Gebäuden aufhält, ist das problemlos. Zudem sind die Arbeiter geschult und werden über Messgeräte überwacht.
Besteht Gefahr für andere Weltregionen?
Laut den aktuellen meteorologischen Berechnungen ist ab dem Zeitpunkt des Austritts von Radioaktivität in 16 bis 18 Stunden mit einer messbaren Veränderung in Kalifornien zu rechnen. Nochmals weitere 24 Stunden später könnte eine Wolke Europa erreichen.
Ist diese Strahlung gefährlich?
Sie ist sicher messbar. Aber nicht gefährlich.
Rhönblicks Meinung:
Deutschland hat Niemanden, der so klar und sauber orientieren kann.

Über Juerg Walter Meyer 392 Artikel
Geburtstag 22. November 1937 Geschlecht Männlich Interessiert an Männern und Frauen Sprachen Schwizerdütsch, Deutsch, Schweizer Französisch und Englisch Politische Einstellung Liberalismus Meine politischen Ansichten und Ziele:Förderung der, Forderung nach und Durchsetzung der Eigenverantwortlichkeit. Liberal, – der Staat ist jedoch kein Nachtwächterstaat. Post, öffentlicher Verkehr sind Staatsaufgaben; diese und andere Staatsaufgaben kann er delegieren – Kontrolle ist besser als Vertrauen. – Generell: K-Kommandieren, K-Kontrollieren, K-Korrigieren – unter Inkaufnahme dass man als unangenehm empfunden werden kann. – Unabhängige Justiz, die ihre Entscheide nach Erlangung der Rechtskraft auch durchsetzen kann; keine Einsparungen bei der Polizei. – öffentliche Schulen, dreigliedrige Oberstufe. Nur die besten gehen auf ein Gymnasium; Matur = Reifezeugnis für Studium; Studiengebühren an den Hochschulen und Universitäten – ausgebautes Stipendienwesen. Prüfen, welche Aufgaben des Staates dem BWLer-Massstab ausgesetzt werden können. „Gewinn“ ist nur ein Massstab für das Funktionieren eines Staatswesens. In gewissen Bereichen – Schulen – BWL-Einfluss wieder zurückfah Kontakt Nutzername rhoenblickjrgmr(Twitter) Facebook http://facebook.com/juergwalter.meyer Geschichte nach Jahren 1960 Hat einen Abschluss von ETH Zürich 1956 Hat begonnen hier zur Schule zu gehen: ETH Zürich 1950 Hat einen Abschluss von Realgymnasium 1937 Geboren am 22. November 1937