Macht reich sein dumm?

Rhoenblicks Leserbrief:
In den Fünfzigern habe ich als Gymnasiast mit Freunden und Bekannten meiner Eltern diskutiert. Darunter gab es auch welche, die reich waren, die in Zollikon oder Zumikon lebten. Zu meinem Erstaunen meinten diese Reichen, dem Kommunismus noch gute Eigenschaften abgewinnen zu können. In meinen Augen machte Reichsein dumm – „nur die allerblödesten Kälber wählen ihre Metzger selber“. Mein Elternhaus war, ich bin gutbürgerlich, liberal.
„Nun, das war vielleicht einmal so – aber heute?“ Die Lektüre des Artikels „Untaugliche Edel-Sozialhilfe“ von Andreas Schürer in der Internationalen Ausgabe der NZZ vom 30. Juli belehrt eines Besseren. Da kommt die Gemeinde Zumikon – das muss wohl der Gemeindepräsident und der Gemeinderat sein – auf die Idee, Gutverdiende mit mindestens einem schulpflichtigen Kind mit happigen Mietzinszuschüssen in das Steuerparadies Zumikon zu locken, um, wie gesagt wird, das Vereins- und Gemeindeleben zu fördern. Andreas Schürer widerlegt in seinem Artikel überzeugend dieses und andere „Argumente“.  Er weist nach, dass diese Idee völlig falsche Signale setzt, dass weder der Wohnungsmarkt noch Dorf-und Vereinsleben planerisch beeinflusst werden können.
Ich lebe seit bald zehn Jahren in Deutschland und erlebe immer wieder wie die Merkelsche Regierung dem Aberglauben anhängt, durch Geld das Verhalten der Menschen plangemäss steuern zu können. Sehr viele, noch im obrigkeitlichen Denken verhaftete Deutsche unterstützen sie dabei. Jedoch – die, die es nicht verdienen, profitieren, die andern haben nur Nachteile, das Ziel wird nicht erreicht. Aber recht viele Deutsche hoffen, doch irgendwo irgendwie profitieren zu können, ein Schnäppchen zu ergattern;  so machen sie zum grossen Schaden des Gemeinwesens mit:  Sie wären von der Zumikoner Idee begeistert!
Wenn die Gemeinde Zumikon etwas Gutes tun will, so hat sie, wie Andreas Schürer nahelegt, den genossenschaftlichen Wohnungsbau zu fördern. Eine gute Idee,  jedoch nicht genügend: Ich meine, der Finanzausgleich zwischen reichen und armen Gemeinden – z.B. Zollikon und Zumikon einerseits und Sternenberg anderseits – ist zu verstärken, zu verschärfen, damit nicht Zumikon und andere reiche Gemeinden solche oder ähnliche unsachliche, untaugliche Sozialhilfe-Ideen gebären. Übrigens  ist die Kläranlage von Zumikon auf dem neuesten Stand? Die NZZ hatte einen Leserbrief veröffentlicht, in dem ich die Schaumflut, die die reiche Gemeinde in das Küsnachtertobel und damit in den Zürichsee ergoss, beanstandet hatte.

Über Juerg Walter Meyer 392 Artikel
Geburtstag 22. November 1937 Geschlecht Männlich Interessiert an Männern und Frauen Sprachen Schwizerdütsch, Deutsch, Schweizer Französisch und Englisch Politische Einstellung Liberalismus Meine politischen Ansichten und Ziele:Förderung der, Forderung nach und Durchsetzung der Eigenverantwortlichkeit. Liberal, – der Staat ist jedoch kein Nachtwächterstaat. Post, öffentlicher Verkehr sind Staatsaufgaben; diese und andere Staatsaufgaben kann er delegieren – Kontrolle ist besser als Vertrauen. – Generell: K-Kommandieren, K-Kontrollieren, K-Korrigieren – unter Inkaufnahme dass man als unangenehm empfunden werden kann. – Unabhängige Justiz, die ihre Entscheide nach Erlangung der Rechtskraft auch durchsetzen kann; keine Einsparungen bei der Polizei. – öffentliche Schulen, dreigliedrige Oberstufe. Nur die besten gehen auf ein Gymnasium; Matur = Reifezeugnis für Studium; Studiengebühren an den Hochschulen und Universitäten – ausgebautes Stipendienwesen. Prüfen, welche Aufgaben des Staates dem BWLer-Massstab ausgesetzt werden können. „Gewinn“ ist nur ein Massstab für das Funktionieren eines Staatswesens. In gewissen Bereichen – Schulen – BWL-Einfluss wieder zurückfah Kontakt Nutzername rhoenblickjrgmr(Twitter) Facebook http://facebook.com/juergwalter.meyer Geschichte nach Jahren 1960 Hat einen Abschluss von ETH Zürich 1956 Hat begonnen hier zur Schule zu gehen: ETH Zürich 1950 Hat einen Abschluss von Realgymnasium 1937 Geboren am 22. November 1937