SNB wird Wechseluntergrenze bei CHF 1.20 pro Euro verteidigen – ein Erfolg!

6. September 2011, 21:34, NZZ Online
SNB-Massnahme beflügelt Schweizer Aktienmarkt
Swiss Market Index legt über 4,3 Prozent zu – Schlussstand bei 5367 Punkten
Die Schweizer Börse hat positiv auf die Intervention der Nationalbank reagiert. (Bild: Keystone)
Der Schweizer Aktienmarkt hat sich nach der Ankündigung der SNB, eine Kursuntergrenze des Euro von 1,20 Franken zu verteidigen, deutlich erholt. Der Swiss Market Index (SMI) setzte nach der Verkündung zu einem Kurssprung an, der kurzfristig sogar über die Marke von 5400 Punkte führte.
(sda) Märkte Zürich (sda) Die Ankündigung sei nach dem gestrigen Ausverkauf eine willkommene Nachricht, täusche aber nicht darüber hinweg, dass sich an der Situation mit den Schuldenproblemen in der Eurozone und den USA nichts geändert habe, sagten Marktteilnehmer.
Der Mindestkurs der SNB werde am Markt sicherlich getestet. Nun warte man mit Spannung auf Aussagen aus dem am Freitag stattfindenden Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der G7- Staaten.
Der Leitindex SMI schloss bei 5367 Punkten und damit 4,36 Prozent im Plus. Alle 20 Standardwerte wurden zu teilweise deutlich höheren Kursen gehandelt. Der breitere Swiss Performance Index (SPI) legte um 4,04 Prozent auf 4881 Zähler zu.
Die in der letzten Zeit stark unter Druck geratenen Titel der im Erdölgeschäft tätigen Transocean (+12,0 Prozent) und Weatherford (+8,6 Prozent) verzeichneten die massivsten Gewinne. Die Aktien des Spezialchemiekonzerns Clariant legten kurzzeitig ebenfalls stark zu, büssten die Gewinne danach aber teilweise wieder ein und schlossen 2,2 Prozent im Plus.
Von der Erholung profitieren konnten auch zyklische Titel. Die Papiere des Logistikkonzerns Kühne+Nagel (+6,7 Prozent), des Warenprüfunternehmens SGS (+5,6 Prozent), des Industriekonzerns ABB (+4,5 Prozent) sowie der Luxusgüterhersteller Richemont (+4,5 Prozent) und Swatch (+4,3 Prozent) legten alle deutlich zu.
Die Aktien des Personalvermittler Adecco (+2,6 Prozent) und des Zementherstellers Holcim (+1,8 Prozent) gaben einen grossen Teil ihrer Kursgewinne bis Handelsschluss wieder ab.
Die Aktien der Pharmakonzerne Novartis und Roche legten mit 6,8 Prozent bzw. 4,4 Prozent deutlich zu. Roche hat mit der deutschen Evotec eine Vereinbarung zur Arzneimittelentwicklung gegen die Alzheimer-Erkrankung abgeschlossen. Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé schloss derweil mit einem Plus von 3,7 Prozent auf dem Niveau des Gesamtmarkts.
Innerhalb des SMI am schwächsten schlossen die Finanztitel, da die Bedrohung durch die neuerliche Steueroffensive durch die USA weiter bestehen bleibt. Die Aktien der Grossbanken UBS und Credit Suisse verbuchten mit 1,4 Prozent und 1,5 Prozent bescheidene Kursgewinne. Die Papiere der Privatbank Julius Bär legten immerhin um 2,9 zu.
Noch schwächer als die Bankaktien entwickelten sich zum Teil die Titel der Versicherungen. Abgesehen von jenen von Zurich Financial Services (+3,9 Prozent) legten die Aktien der Branche nur in bescheidenem Masse zu. Die Papiere von Swiss Life verloren gar 1,1 Prozent an Wert. (SDA-ATS/lz/ti)
 
 
Rhönblicks Kommentar
 
Der grösste Blödsinn, eine „Kursuntergrenze von CHF 1.20 pro Euro zu verteidigen“.Wie soll das gehen? Da muss die SNB weitere Euro kaufen, auf denen sie sitzenbleibt. Denn „verteidigen“ lässt sich gar nichts. Wer drängt da die SNB? Die Euro-Länder, die Deutsche Bank? Die Gewerkschaften? Wer kann Philipp Hildebrand zur Vernunft bringen? Der Euro wird schwach bleiben, solange Griechenland und andere marode Staaten in der Eurozone bleiben-
 
 
Dazu
NZZ Reflexe vom 06.09.2011
 
VOLATILER WECHSELKURS
Blütenblätter zählen mit der SNB
mla. · Sie tut es, sie tut es nicht . . . Seit die Schweizerische Nationalbank (SNB) im August aktiv geworden ist, um die Frankenliquidität massiv auszuweiten und damit den Franken zu schwächen, ist man geneigt, sich bei jeder neuerlichen Frankenerstarkung die Frage nach direkten SNB-Käufen von Euro gegen Franken zu stellen. Denn die gewünschte nachhaltige Abschwächung des Frankens ist ausgeblieben, und die SNB hat sich vorbehalten, «bei Bedarf weitere Massnahmen gegen die Frankenstärke zu ergreifen». Das heisst nicht, dass die bisherigen Massnahmen erfolglos waren. Am Montag wurde bekannt, dass die Giroguthaben inländischer Banken die anvisierte Zielhöhe von 200 Mrd. Fr. fast erreicht haben, während der Dreimonats-Libor praktisch bei null liegt. Die Geldmarktzinsen sind damit am kurzen Ende negativ. Und tatsächlich hatte es ein paar Tage lang den Anschein gemacht, dass diese Massnahmen den Franken schwächen würden – der Franken streifte wieder Fr. 1.20/€. Am Freitagnachmittag hingegen prallte er bereits wieder bei Fr. 1.10 auf, um am Montag knapp über dieser Marke zu bleiben. Der «Aufprall» am Freitag liess darüber spekulieren, ob hier vielleicht eine psychologische Grenze verteidigt wurde.
Auch wenn ein abschliessendes Urteil aufgrund der extremen Wechselkursvolatilität unmöglich ist, so muss doch festgestellt werden, dass die August-Massnahmen der SNB wohl keine nachhaltige Wirkung entfalten konnten. Die Turbulenzen werden in den kommenden Tagen nicht weniger; weitere Tests für den Franken stehen an. Trotzdem, die Hoffnung, dass sich der Franken vielleicht doch bei plus/minus Fr. 1.15/€ einpendelt und sich damit der Einsatz der potenziell sehr teuren SNB-Brechstange – die Verteidigung einer Wechselkursuntergrenze – vermeiden lässt, ist nicht ganz vermessen. Denn der Blick an die Finanzmärkte und auf die eingetrübten Wirtschaftsaussichten macht klar, dass die Schweiz keine Insel der Glückseligen ist. Normalerweise wäre dies der Attraktivität des Frankens abträglich – eine Selbstkorrektur ganz ohne Interventionen.
6. September 2011, 21:34, NZZ Online

Über Juerg Walter Meyer 392 Artikel
Geburtstag 22. November 1937 Geschlecht Männlich Interessiert an Männern und Frauen Sprachen Schwizerdütsch, Deutsch, Schweizer Französisch und Englisch Politische Einstellung Liberalismus Meine politischen Ansichten und Ziele:Förderung der, Forderung nach und Durchsetzung der Eigenverantwortlichkeit. Liberal, – der Staat ist jedoch kein Nachtwächterstaat. Post, öffentlicher Verkehr sind Staatsaufgaben; diese und andere Staatsaufgaben kann er delegieren – Kontrolle ist besser als Vertrauen. – Generell: K-Kommandieren, K-Kontrollieren, K-Korrigieren – unter Inkaufnahme dass man als unangenehm empfunden werden kann. – Unabhängige Justiz, die ihre Entscheide nach Erlangung der Rechtskraft auch durchsetzen kann; keine Einsparungen bei der Polizei. – öffentliche Schulen, dreigliedrige Oberstufe. Nur die besten gehen auf ein Gymnasium; Matur = Reifezeugnis für Studium; Studiengebühren an den Hochschulen und Universitäten – ausgebautes Stipendienwesen. Prüfen, welche Aufgaben des Staates dem BWLer-Massstab ausgesetzt werden können. „Gewinn“ ist nur ein Massstab für das Funktionieren eines Staatswesens. In gewissen Bereichen – Schulen – BWL-Einfluss wieder zurückfah Kontakt Nutzername rhoenblickjrgmr(Twitter) Facebook http://facebook.com/juergwalter.meyer Geschichte nach Jahren 1960 Hat einen Abschluss von ETH Zürich 1956 Hat begonnen hier zur Schule zu gehen: ETH Zürich 1950 Hat einen Abschluss von Realgymnasium 1937 Geboren am 22. November 1937